Freizeitgebiet Berge

von Christian Röckl (Kommentare: 3)

Durch den Funsport »Mountainbiken«, wurde in 2015 eine Lawine an unterschiedlichen Meinungen ausgelöst. Zum Ende der Saison spitzte sich das Ganze auch noch zu. Diskussionen wurden ausgelöst und die verschiedenen Gemeinden haben erkannt, dass etwas gemacht werden muss. Was ja erst mal positiv ist.

Wo mir aber der Hals anschwillt,

ist erstens, dass das Ganze auf dem Rücken der Mountainbiker ausgetragen wird und zweitens, hier typisch für die Politik einfach wesentliche Fakten übergangen werden. Aus diesem Grund lass ich mich in diesem Blog- Beitrag mal richtig über das Thema aus und gebe meine Meinung kund.

Was ist nun los - jahrelang wurden durch Alpenvereine, Gemeinden und auch Bauern die Berge für Familien erschlossen. Bahnen wurden gebaut, breite Wege angelegt und Hütten modernisiert. Wenn man dann noch die Skiregionen mit einbezieht, kann man von Naturzerstörung reden. Aber es geht halt überall ums Geld. Solange damit Gewinne eingefahren werden ist alles möglich. Da können immer noch neue Liftanlagen und Beschneiungsanlagen gebaut werden. Die Flora und Fauna gerät da schnell in den Hintergrund.

In den Bergregionen, die mit bewirtschafteten Almen (Gaststätten) bestückt sind, werden mal schnell Pfade zu breiten Forststraßen umgewandelt, dass auch Leute mit Kinderwagen auf den Berg kommen (wenn kein Lift vorhanden ist). Felsige Pfade sind über die Jahre von den Horden an Wanderern blank poliert. Nicht zu vergessen die Kletterfreunde - auch dafür wurden einige Löcher gebohrt und aus einer Handvoll Idealisten wurde ein Familiensport.

Hört auf, alles auf bestimmte Gruppen zu schieben und packt Euch an der eigenen Nase.
Ihr ja Ihr - Gemeinden, Alpenvereine und auch Land- und Forstbesitzer habt die jetzige Situation vor langer Zeit ausgelöst. Jetzt sucht Ihr einen Schuldigen und das sind jetzt die Mountainbiker, da diese "noch" in der Unterzahl sind.

So nun muss umgedacht werden - die Menschenmassen kann man nicht mehr ändern. Aber dass es nicht so bleiben kann wie es ist dürfte auch jedem klar sein. Konzepte müssen her.

Beim Thema MTB machen es uns die Österreicher und Schweizer vor. Aber auch das alleine reicht nicht. Auch Wanderer, Bergsteiger usw. müssen unter Kontrolle gebracht werden. Ich spreche hier von den Massen, nicht von vereinzelnden Idealisten, die sind meist im Einklang mit der Natur und schützen Flora und Fauna. Im Gegensatz zu den 12:00 Uhr Gipfelstürmern, die mit der Gondel hochfahren, dann kreuz und quer, abseits vom Weg, über Wiesen und Hänge laufen und dabei alles niedertrampeln. Silberdisteln und andere Berggewächse leider darunter. Bekommen die überhaupt die Schönheit der Bergwelt mit oder geht es denen mehr ums Essen auf der Consumer Hütte?

Mir würde noch einiges einfallen, aber es muss auch mal Schluss sein. 2016 wird jedenfalls das Jahr der Änderungen.

Bis bald aufm Berg Christian

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Kommentar von Karsten |

Im Harz werden Wege für Biker gesperrt wegen Erosion etc. und man überlegt vom Torfhaus ne Seilbahn zum Brocken einzurichten...Und da soll man sich nicht verarscht fühlen.Ohne Worte!

Kommentar von Jan-Eric Pietralla |

"Beim Thema MTB machen es uns die Österreicher ... vor."

Darf ich mal lachen? Dort ist es bereits verboten auf nicht extra ausgewiesenen, 5m breiten Forststrassen zu fahren! Und die Freigabe zur Nutzung per Mountainbike lassen sich die Grundbesitzer pro laufenden Meter vergüten!

Kommentar von Trailbiker |

"Hört auf, alles auf bestimmte Gruppen zu schieben und packt Euch an der eigenen Nase. "

Ich bin nach 20 Jahren und ca. 40.000 Km mit dem MTB am Berg wegen Knieproblemen auf E-MTB umgestiegen und sehe mich jetzt immer wieder in den Medien von den Retrobikern in der Kritik.....